Javascript ist deaktiviert. Dadurch ist die Funktionalität der Website stark eingeschränkt.
22.10.2019

Darmsymposium am 11. Oktober 2019 in der Manfred-Sauer-Stiftung

Drei Tage lang stand das Thema Neurogene Darmfunktionsstörungen im Mittelpunkt einer Tagung in der Manfred-Sauer-Stiftung

Zunächst traf sich das Netzwerk Ernährung Querschnittgelähmter, um die Möglichkeiten zu erörtern, Betroffene für die eigene Problematik und Mitwirkung an der Problemlösung zu sensibilisieren. Anschließend diskutierten die Experten für Neurogene Darmfunktionsstörungen, die alle durch das Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung der Manfred-Sauer-Stiftung fortgebildet worden waren, wie dieses Thema auch in den Kliniken weiterentwickelt werden kann. Anschließend nahmen am 11.10.2019 an dem Lobbacher Symposium Neurogene Darmfunktionsstörungen 70 Teilnehmern aus Behandlungszentren für Querschnittgelähmte, sowie Vertretern von Homecareunternehmen und der Industrie teil, um neue Erkenntnisse über neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung zu erfahren. Die Referenten waren neben Veronika Geng, Pflegwissenschaftlerin und Leitung des Beratungszentrums für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter der Manfred-Sauer-Stiftung, Dr. Ralf Böthig, BG Unfallklinik, Hamburg, der die neuen AWMF-Leitlinie „Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung“ vorstellte. Dr. Goranka Janowfksy vom Institut Mikroökologie, die die Teilnehmer auf eine Reise in das Innere des Darms mitnahm und aufzeigte, was die Mikrobiota (ehemals Darmflora) in unserem Körper bewirkt und welchen Nutzen die Mikroben haben.

Vorträge von Jeannette Obereisenbuchner, med. Ernährungsberaterin der neurologischen Rehabilitationsklinik Beelitz und Veronika Geng beschäftigten sich mit dem Thema Ernährung im Alter, sowie Alter und Darmfunktionsstörung bei Menschen mit Querschnittlähmung. Der Erfahrungsbericht von Karsten Hain über seine Verdauungsstörung bis zur Erlösung mit Hilfe eines Kolostomas zeigte auf, wie komplex die Therapie der Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung sein kann. Dies wurde durch den Vortrag von Dr. Robert Flieger, Werner WIcker Klinik Bad Wildungen, hinsichtlich der Erfahrung von klinischer Seite zum Kolostoma ergänzt. Abgerundet wurde das Symposium durch den Bericht von Dr. Heiko Lienhard, leitender Arzt Viszeralmedizin der Werner Wickler Klinik Bad Wildungen, der über den Aufbau einer Abteilung für Viszerale Paraplegiologie berichtete und an Hand einiger Fallvorstellungen die Problematik nochmals verdeutlichte.

Die Sitzung des Arbeitskreises Darmfunktionsstörungen der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) am Samstag rundete das Thema neurogene Darmfunktionsstörungen ab mit der Absichtserklärung, die oben benannte Leitlinien bekannt zu machen und in den Klinikalltag zu tragen.

Drei erfolgreiche Tage, die darauf abzielten, den Menschen mit Querschnittlähmung die bestmöglichen Therapieangebot rund um die Neurogene Darmfunktionsstörung anzubieten, wofür sich die Manfred-Sauer-Stiftung unter anderem seit Jahren mit dem Beratungszentrum für Verdauung und Ernährung einsetzt.

So kann man sagen: Eine rundum gelungene Fortbildung, die nur dank des Engagements der einzelnen Referenten und Referentinnen sowie der finanziellen Unterstützung der Manfred-Sauer-Stiftung in dieser Art stattfinden konnte.