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Während die Vogelfiguren von Sibylle-Nadine Vogt (v.l.) quietschfidel sind, vermitteln die Fotografien von Margot und Michael Ptok mit Baum- und Pflanzenmotiven Ruhe und Besinnlichkeit. Foto: Trilsbach

12.09.2014

Hier trifft das Tier den Baum

Unterschiedlichste Bilder und Skulpturen sind im Rahmen der Ausstellung „Tier trifft Baum“ in der Manfred-Sauer-Stiftung zu sehen.

 

RNZ 12.09.2014 – von Jutta Trilsbach

Lobbach-Waldwimmersbach. Die zauberhafte Welt der Fauna und Flora ist seit Neuestem in einer bemerkenswerten Kunstausstellung im Atrium der Manfred-Sauer-Stiftung zu bewundern. Denn hier trifft das Tier den Baum. Das passt. Denn, wer Vögel und allerlei Getier liebt, liebt die Fauna. Wer Bäume, Blumen und Sträucher liebt, liebt die Flora. Beides gehört in der Natur zusammen. Vögel brauchen Bäume für ihr Stelldichein und zum Nestbau und die Rinde, um Würmer zu picken. Die Bäume brauchen das Gezwitscher in ihren Zweigen, dann blühen sie auf. Wer die Ausstellung der doch recht unterschiedlichen Werke in Bildern und Skulpturen mit Muße und Neugier betrachtet, wird schnell in solcher Magie gefangen sein.

Knallbunte, quietschfidele Vogelfantasiefiguren mit riesengroßen, vergoldeten Füßen der Künstlerin Sibylle-Nadine Vogt lachen aus Glupschaugen gleich am Portal die Besucher an. Wer könnte da einfach so vorbeigehen? Besinnlichkeit und Ruhe hingegen vermitteln die Fotografien von Margot und Michael Ptok mit strukturstarken Baum- und Pflanzenmotiven. Für die Kunstschaffenden ist dies der Weg, um Gefühle auszudrücken, und auch Meditation.

„Die Füße sind mir besonders wichtig und müssen bei den Vögeln immer groß sein, das Formen der Tiere ist für mich Meditation“, erklärt Sibylle-Nadine Vogt und umarmt ihren Liebling „Dodo“ und zeigt auf „König Ludwig“ mit der goldenen Krone. So fidel wie ihre Tierskulpturen, die sie aus Pappmaschee meist in mehrmonatiger Arbeit kreiert, so ist die Künstlerin selbst. Sie verwendet die Materialien Ton, Styropor und polymeren Gips, die sie mit Acrylfarben bemalt und mit Klar- beziehungsweise mit Bootslack überzieht. Inspiriert wurde sie durch ihr Vorbild Niki de Saint Phalle mit den Nanas. Wie diese bevorzugt sie eine exotische, bunte Farbgebung mit barocken Ornamenten, die sich wie ein Farbteppich über ihre Tiere wie Echsen, Katzen, Schildkröten und Einhörner ziehen. Aber vor allem liebt die 1963 in Heidelberg geborene Künstlerin alles, was Flügel, Füße und Schnäbel hat. Ab 1984 studierte sie an der Universität Heidelberg Sozial- und Verhaltenswissenschaften und Soziologie. Heute leitet sie eine institutionelle Kinderbetreuung und Tagespflege, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Lutz Petersen vom Kunstkreis Kraichgau bedeutete in seiner Laudatio: „Margot und Michael Ptok geht es bei ihren Bildern ums Sehen und auch ums Sehen lernen, um das Erkennen und Interpretieren von Strukturen, beiden ist das oft wichtiger als das Foto selbst.“ Rund 100 Bilder des ehemaligen Lehrers am Sinsheimer Gymnasium und seiner Frau sind im Atrium und auf den Emporen ausgestellt. Sie zeigen natürliche Details, die Rinde oder das Blatt, und wurden nicht bearbeitet. Lediglich Lichteffekte in Wald und Flur zeichnen beachtenswerte Kontraste.

Info: „Tier trifft Baum, Ausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung, Neurott 20, Lobbach-Waldwimmersbach, bis 2. November, täglich von 8 bis 22 Uhr.