Javascript ist deaktiviert. Dadurch ist die Funktionalität der Website stark eingeschränkt.
04.06.2018

Ihre Markenzeichen sind Wachs und Rost

Ausstellung „Lebensspuren“ in der Manfred-Sauer-Stiftung – Iris Burk und Andrea Flätgen thematisieren Leben und Vergänglichkeit

RNZ 04.06.2018 – von Jutta Trilsbach

Lobbach. Das Leben hinterlässt Spuren. In der Natur und im Menschen selbst. Die besonders sehenswerte Kunstausstellung „Lebensspuren“ im Atrium der Manfred-Sauer-Stiftung, bringt dem Betrachter diese Spuren in bemerkenswerten Skulpturen und Bildern näher. Die in unserer Region beheimateten und bekannten Künstlerinnen Iris Burk und Andrea Flätgen harmonieren in ihren Werken nicht nur vom Thema her, sondern auch im Ausdruck ihres Schaffens.

Stiftungsgründer Manfred Sauer hieß bei der Vernissage die Gäste herzlich willkommen und freute sich über das große Interesse an den Exponaten. Kunsthistorikerin Annette Wauschkuhn aus Heidelberg führte in die Ausstellung ein und erklärte: „Die Lebensspuren sind Zeichen, dass Leben geschieht, dass Entwicklungsprozesse vollzogen werden, dass gelebt wird. Gelebtes Leben zeigt sich und hinterlässt Spuren.“

Gefühlvoll widmet sich Iris Burk diesen Spuren und entführt in traumhafte „Scheibenwelten“ sowie Menschen-, Tier- oder Blumenwelten. Die Künstlerin kreiert beispielsweise runde Holzobjekte. Außerdemliebt sie das Arbeiten mit Wachs und pittoresken Pflanzenteilen. „Ich habe mit der Malerei begonnen, mich dann mit dem Linol- und Holzschnittdruck befasst und widme mich seit fünf Jahren der Objektarbeit in meinem Atelier in Sinsheim-Angelbachtal“, meinte die 49-jährige Rheinländerin.

Iris Burk besuchte die Europäische Kunstakademie Trier und nach Weiterbildungen in Holzschnitt, Radierung, Grafik, Design und Aktzeichnen folgten Gruppen- und Einzelausstellungen. Harmonische Farbenspiele und Motive entstehen bei ihr auf Leinwand oder Holzscheiben,indem sie heißes Wachs und Naturmaterialien aufträgt. „Farbige Lackspuren sowie Pflanzenteile verbinden sich mit dem Wachsgrund zu einer künstlerischen Gestaltform, die in ihrer jeweiligen Farbstruktureinheit den Assoziationen des Betrachters freien Lauf lassen“, erläuterte Laudatorin Wauschkuhn.

Auch in den Malereien von Andrea Flätgen werden Lebensspuren in ihrer Schönheit, aber auch Vergänglichkeit deutlich. Die gebürtige Saarländerin hat ebenso ihr Handwerk an der Europäischen Kunstakademie in Trier erlernt, sie lebt und arbeitet im eigenen Atelier in Plankstadt. „Ich gehe intuitiv ans Werk und schaue ,was mit dem Material passiert und was ich daraus entwickeln kann“, sagt die 57-Jährige. In der Kunst kann sie sich verwirklichen und ihre tiefen Empfindungen ausdrücken. Viele ihrer Exponate sind auf Leinwand in Acryl- und Mischtechnik, in Kombination mit Oxidation entstanden. An einer Collage erläuterte Flätgen die Vorgehensweise: Erst hat sie Stoff auf Leinwand geklebt, dann Bambusfasern und Strukturpaste sowie oxidiertes Kupfer aufgetragen. In einigen Arbeiten setzt sie Rosteffekte ein, wodurch der Hintergrund in der Entstehung dem Zufall überlassen wird.

Info: Die Ausstellung „Lebensspuren“ ist in der Manfred-Sauer-Stiftung im Neurott 20 in Lobbach ist täglich von 8 bis 22 Uhr zu besichtigen. Und zwar bis 22. Juli.