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09.04.2018

Ihre Porträts und Skulpturen ergänzen sich

Ausstellung „Begegnungen“ von Bildhauer Michael Gött und Fotograf Norbert Becke – Figuren aus Holz und Stein neben Ureinwohnern

RNZ 07.04.2018 – von Jutta Trilsbach

Lobbach. Als Manfred Sauer im Jahr 2006 das moderne Stiftungsgebäude eröffnete, wünschte er sich diesen Ort als aktive Begegnungsstätte für Rollstuhlfahrer und Fußgänger. Heute ist dieses Miteinander eine Selbstverständlichkeit. Auch in der Kunst finden im gläsernen Atrium die verschiedensten, spannenden Begegnungen statt. In der neuen Ausstellung begegnen Elefanten oder Schlangen aus geschliffenem Stein den Massaimädchen mit traditionellen Ziernarben oder Ureinwohnern mit Feder-Kopfschmuck. Thematisch korrespondieren die Kunstobjekte des Bildhauers Michael Gött mit denen des Fotografen Norbert Becke. Veronika Geng betonte in ihrer Begrüßung bei der Vernissage: „Es ist mir gelungen, zwei Künstler zusammenzubringen, die sich vorher nicht kannten und sich hier wunderbar mit ihren Kunstobjekten ergänzen.“ Ein Rundgang durch die Ausstellung mit ausdrucksstarken Fotos und faszinierenden Skulpturen verdeutlicht dies.

Michael Gött aus Dielheim, Jahrgang 1952, arbeitete bis zu seiner Pensionierung in der Finanzbranche und fand in der darstellenden Kunst eine erfüllende Betätigung für seinen neuen Lebensabschnitt. Seine Passion gilt der Bildhauerei aus Stein und Holz. Er verwendet Marmor aus Carrara, afrikanische Serpentine oder heimischen Sandstein. Mit Hammer und Meißel, Säge, Feile und Sandpapier geht der Autodidakt ans Werk. So entstehen fein herausgearbeitete Gesichter, Körper, Elefanten oder Schlangen, denen er fantasievoll ein Eigenleben einhaucht.

Am Fundholz belässt er die natürlichen Formen oder kombiniert Holzstücke mit Stein zu beeindruckenden Objekten. Michael Gött schätzt die kreative Entfaltung in der Bildhauerei: „Wenn die Steinsplitter fliegen und der Stein langsam Form annimmt, fühle ich mich wohl“, führte der Familienvater bei seiner Vorstellung aus. Sein Sohn Martin war aus Berlin angereist und setzte die Vernissage mit Eigenkompositionen musikalisch in Szene.

Nobert Becke, 1961 in Waibstadt geboren, lebt in Neckargemünd und ist Inhaber einer Werbeagentur in Schriesheim. Er präsentiert großformatige, charaktervolle Porträts von seinen Reisen aus Äthiopien, Indien, Marokko, Vietnam oder Papua-Neuguinea. Eine Herausforderung sei für ihn, Menschen in fernen Ländern spontan abzulichten und damit ihre Geschichten zu erzählen, meint Becke.

Der Fotokünstler versteht es, mit Respekt vor seinem Gegenüber und geschultem Auge im entscheidenden Augenblick die Kamera auszulösen. Doch wie schafft er es eigentlich, stolze oder verängstigte Menschen für ein Foto zu gewinnen? „Es ist oft nicht einfach, von ihnen die Erlaubnis zum Fotografieren zu bekommen und dass sich die Menschen dann auch so zeigen, wie sie sind“, erklärt der Fotograf. Seine kräftig farbigen oder schwarz-weißen Porträts von verschleierten Frauen und Mädchen sowie von traditionell geschmückten Männern gehen unter die Haut und drücken eine große Neugier und Liebe des Fotografen zu Alt und Jung aus. Mit spannenden Erzählungen von den Begegnungen mit Eingeborenen, Pilgern, Muslimen oder Hindus begeisterte Norbert Becke die aufmerksamen Zuhörer.

„Begegnungen“ – Ausstellung, Manfred-Sauer-Stiftung, Lobbach. Bis 21. Mai täglich geöffnet von 8 bis 22 Uhr.