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Das Runde muss ins Runde: Das galt beim Rollstuhlbasketball. Foto: Trilsbach

22.08.2014

Kinder wurden im „Rolli“ zu Korbjägern

Beim Kindersportfestival der Manfred-Sauer-Stiftung lernten die Teilnehmer, wie man im Rollstuhl Sport machen kann.

 

RNZ 21.08.2014 – von Jutta Trilsbach

Lobbach-Waldwimmersbach Bei kühlem Regenwetter ist die moderne Ludwig-Guttmann-Halle in der Manfred-Sauer-Stiftung genau der richtige Ort für ein Kindersportfestival. Die Trainingshalle ist eine der schönsten und komfortabelsten Hallen in der Region. Sie wurde nach europäischen Standards gebaut und erst vor drei Jahren eingeweiht. Zehn Jungs und Mädchen werden beim Rollstuhlsport-Ferienprogramm von den Trainern Larissa Keller und Nico Pläp aus dem Physiotherapiebereich erst einmal mit dem Rolli vertraut gemacht: Wie sitze ich richtig im Rollstuhl, wie bremse ich, wie lenke ich ihn bei einem Sport, bei dem es auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit ankommt? Dies können die Kinder zuerst mal probieren. Doch ohne Schutzhelm geht nichts. 

Da Eric aus Waldwimmersbach schon viel Erfahrung mit dem Rolli hat, gibt er seinen Helm einem Kind, das keinen Kopfschutz dabei hat. „Ich habe drei Monate lang teilweise wegen einer Sprunggelenksverletzung im Rollstuhl gesessen und kann sehr gut fahren“, erzählt der 13-jährige Gymnasiast und wirft gleich mal einen Korb. Auch für die zehnjährige Lara aus Lobenfeld ist ein Rolli nichts Besonderes. Sie besucht die SRH-Schule in Neckargemünd und meint: „Ich brauche keinen Rollstuhl, aber an unserer Schule haben ganz viele Kinder einen – und ich wollte heute auch mal richtig viel Spaß haben beim Rollstuhlsport.“

Als es dann beim Basketball oder Rugby richtig zur Sache geht, hört man lautes Lachen, Zurufen und Anfeuern. Aber auch manches Mal ein dumpfes Plumpsen. Nämlich dann, wenn die Kinder nicht richtig aufpassen, ihr Gewicht zu sehr nach hinten verlagern und somit auf den Parkettboden zurückfallen. Aber kein Problem: aufstehen, weiterfahren.

Auch das Kurven um die eigene Achse finden alle ziemlich toll. Viel Übung im Basketball haben die Schwestern Bianca und Jessalyn aus Waldwimmersbach. Die Mädchen von den Philippinen leben erst seit einem Jahr hier, sprechen schon sehr gut Deutsch und haben diesen Sport in ihrer Heimat betrieben. „Ich liebe Basketball und habe eben gleich zwei Körbe geworfen, im Rollstuhl sitze ich dabei das erste Mal, aber das macht richtig Spaß“, schwärmt die 14-jährige Jessalyn. Die Teams wechseln die Seiten und auch beim Rugby zeigt sich, wer sich durchsetzen kann. Klar, dass so viel Anstrengung auch hungrig macht. Also, ab ins Stiftungsrestaurant. Dort wartet schon Pizza auf die jungen Sportler am Ende eines aufregenden Festivals.