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06.11.2017

Kunst in außergewöhnlicher Form und Technik

Die Künstler Renate Valotta und Horst Steier stellen unter dem Titel „Mikros“ ihre Werke in der Manfred-Sauer-Stiftung aus.

RNZ 04.11.2017 – von Jutta Trilsbach

Lobbach. „Hinterhof, aus dem vollen Block geschnitten“, nennt Renate Valotta eines ihrer Exponate aus Steinzeugton. Und Horst Steier betitelt seine farbenfrohen Eindrücke aus seiner Reise nach Indien mit exotischen Namen wie „Om Mani Padme Hum“.

„Mikros“ heißt der Titel, den die Künstler aus der Pfalz für ihre gemeinsame Ausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung gewählt haben. Im gläsernen Atrium und auf den Galerien präsentieren sie ihre Werke in Ton-, Malerei- und Drucktechniken. In diese harmonisch gestaltete Ausstellung intensiv einzutauchen, macht Freude. Bei der Vernissage mit Sektempfang erklangen meditative Klänge aus einer außergewöhnlichen Schlitztrommel von Pit Vogel und klassische Gitarrenklänge von Dieter Ossyra.

Veronika Geng begrüßte die Gäste herzlich und wies auf die Bedeutung von Kunst als „Impuls für ein bewusstes Leben“ in der Manfred-Sauer-Stiftung hin.

Die Kunsthistorikerin und Laudatorin Dr. Susanne Himmelheber aus Heidelberg gab einen Einblick in das umfangreiche Werk von Renate Valotta mit ihren Tongefäßen in der komplizierten Raku-Technik sowie Steinzeugton-Installationen in Schmauch- oder Meilerbrandtechnik. „Renate Valotta entdeckte den Schmauchbrand, der neben dunklen Farben auch ein vielfarbiges Spektrum hervorbringt und durch die einfachen Formen wie Kubus, Würfel oder Platte besser zur Geltung kommt als in runden Gefäßen“, erklärte Himmelheber. Auf der Galerie beeindrucken passend dazu die Installationen „Sonnenuntergang“ oder „Genese“ in Schmauchbrandtechnik auf Multiplexplatte.

Die 1947 geborene Künstlerin aus Schifferstadt, die seit 1988 im In- und Ausland erfolgreich ausstellt, erklärte den Besuchern ihre Intention: „Der besondere Reiz der Schmauchbrandtechnik liegt in den zufälligen Schmauchspuren, die sich in allen Schattierungen von schwarz, grau, rot, orange, gelb und weiß von selbst ergeben.“ Im Meilerbrand entstanden schwarz-schimmernde Quadrate mit irisierender Färbung.

Horst Steier, geboren 1950, lernte das Maler-Handwerk von der Pike auf und studierte Grafikdesign. Der Künstler präsentiert rund 30 Exponate in Tiefdruck, Malerei und Mischtechnik auf Leinwand. Himmelheber fand auch zu seinem Werk die passenden Worte: „Horst Steier gehört zu jenen, die die grafischen Techniken – die alten und neuen – souverän beherrschen.“

Die Kunsthistorikerin wies beispielsweise auf die Bilderreihe „Stelen“ in Rot, Blau und Grün auf blauem Hintergrund hin: „Auf eine Platte gedruckt, gewinnen die Stelen ihre Eigenheit durch den Farbauftrag, die Struktur der Oberflächen, die oft übermalt, nie glatt sind.“ Bei dem Bild „Tänzer“ habe Steier verschiedene Komponenten wie Mehl oder eine Glasflasche und vieles mehr verwendet, es werde dabei mit Fliesenkleber oder Ponal gearbeitet. Der Künstler sagte zu seinen neueren Werken „Mikros“: „Es sind einerseits digitale Detailvergrößerungen und daraus erfolgt ein digitaler Druck auf Leinwand, denn für mich ist es interessant, in das Kleinräumige hineinzuschauen, damit es eine eigene Bedeutung bekommt.“

Die Ausstellung „Mikros“ ist bis 20. Dezember in Lobbach zu sehen. Die Manfred-Sauer-Stiftung im Neurott 20 hat täglich geöffnetvon8 bis 22 Uhr.