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Trink ja kein Wasser, wenn Du Steinobst gegessen hast! – Mär oder Wahrheit?

Diesen Spruch kennen Sie sicher aus Kindertagen. Wenn man Pflaumen, Kirschen oder anderes Steinobst isst, soll man nichts trinken, das würde Blähungen und Bauchweh verursachen. Doch stimmt das eigentlich?

 

Früher ist man davon ausgegangen, dass auf der Schale der Früchte viele Hefepilze und Bakterien säßen. Wenn dann nach dem Genuss noch Wasser getrunken wird, würde das die Magensäure verdünnen, die dann nicht mehr in der Lage wäre, die Hefepilze abzutöten. Deshalb könnten die Hefen ungehindert den Zucker im Obst zu Alkohol vergären. Dabei würde Kohlendioxid entstehen, welches in großen Mengen starke Blähungen und Bauchschmerzen hervorrufen könnte.

Aber erwiesen ist: bei jedem Essen, das wir unerhitzt verzehren, kommen Keime in den Magen. Und meistens trinken wir zum Essen etwas und auch davor und danach. Ein gesunder Verdauungstrakt kommt mit den Eindringlingen von außen gut zurecht – auch wenn die Magensäure mit Flüssigkeit verdünnt ist. Zudem sitzen im gesunden Darm viele nützliche Bakterien, die verhindern, dass sich unerwünschte Keime und Hefen so sehr ausbreiten können, dass sie Schaden anrichten. Dies jedenfalls bestätigt Professor Jürgen Krämer, Leiter der Abteilung Landwirtschaftliche und Lebensmittel-Mikrobiologie an der Universität Bonn.

Heute geht man davon aus, dass die Blähungen durch den hohen Zuckeranteil der Früchte sowie deren Ballaststoffdichte ausgelöst werden.

veröffentlicht am:

UPDATE | 30.10.2020
 

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