Manfred Sauer GmbH
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Kreativ-Werkstatt der
Manfred-Sauer-Stiftung

Die Kreativ-Werkstatt der Manfred-Sauer-Stiftung eröffnet Menschen mit Querschnittlähmung vielfältige Möglichkeiten, handwerklich und/oder künstlerisch aktiv zu werden. Themenkurse und ein offenes Angebot laden dazu ein, Interessen und Neigungen zu erkunden.  

 
Sie ist eine lebendige Form der Selbsterfahrung: Kreativität. Bekanntlich schlummern in jedem Menschen unterschiedlichste Fähigkeiten. Sie zu wecken und den Mut zur Erprobung zu unterstützen, ist Aufgabe der Kreativ-Werkstatt in der Manfred-Sauer-Stiftung. Seit der Werkstatt-Eröffnung 2007 beraten Sybille Stettner und Arbeitstherapeut Andreas Graul jeden Teilnehmer individuell, führen in den Umgang mit den verschiedenen Materialien und Techniken ein  und unterstützen deren Umsetzung  ganz nach Bedarf.

Aktuelles Kursprogramm mit Kursen zum Acrylmalen, zum Erkunden der Werkstoffe Holz und Stein oder mit offenen Angeboten wie der Kreativ-Woche bzw. offenen Wochenenden, die den Teilnehmern freistellen, in welchen Gebieten sie sich ausprobieren möchten.

Den ersten Schritt müssen Besucher allerdings von sich aus wagen. Sie müssen sich trauen, die Werkstatt überhaupt zu betreten. „Ein ‚Mal-Trauma‘ hat fast jeder“, weiß Andreas Graul aus Erfahrung. Daher falle es vielen verständlicherweise schwer, sich auf ein Kreativ-Angebot überhaupt einzulassen. „Die meisten Vorhaben entwickeln sich ohnehin anders als geplant. Es ist eben ein Prozess“, sagt Andreas Graul. Dabei zähle weniger das Ergebnis als der Spaß an der Sache.

„Die Leute kommen zu uns, weil sie wissen: Hier gibt es keinen Druck und keine Erwartungen. Das Tempo bestimmt jeder selbst“, ergänzt Sybille Stettner.

Die Kreativ-Werkstatt steht Querschnittgelähmten und deren Partner/Begleitperson offen, kann aber auch von Fußgängern für Kurse und kreative Betätigungen unter Anleitung gebucht werden. 

> Im virtuellen Rundgang können Sie einen Blick in die Kreativ-Werkstatt werfen.

 


 
Folgende Fachbereiche stehen Ihnen in der Kreativ-Werkstatt zur Verfügung:

  • Holzwerkstatt
  • Steinwerkstatt
  • Farbwerkstatt
  • Schmuckwerkstatt
  • Glaswerkstatt
  • Papierwerkstatt
  • Filzwerkstatt
  • Nähwerkstatt

Weitere Informationen finden Sie im Menüpunkt Schwerpunkte.

 

Das therapeutische Potenzial des gestalterischen Prozesses

Mithilfe handwerklicher wie auch künstlerischer Betätigungsmöglichkeiten können nach dem Eintritt einer Querschnittlähmung ungeahnte Kräfte mobilisiert werden. Das nutzen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen seit Langem. Kreativität  kann motivieren und ablenken, soziale Interaktion, Konzentration, Ausdauer und Selbstwert fördern und unter Umständen ein neues Hobby etablieren.

Im psychotherapeutischen Kontext bildet das kreative Gestalten eine Säule zur Bewältigung der neuen Situation. Manchmal wissen Menschen nicht, wie es wirklich in ihnen aussieht oder können Stimmungen nicht in Worte fassen. Sie sind überrascht, wenn sich Trauer, Frust, Wut, Lebensfreude oder neue Energie in ganz persönlichen Werkstücken offenbaren und werden sich ihrer dadurch erst bewusst: „Im kreativen Schaffen können innere Bilder aus dem Unterbewusstsein zum Ausdruck und zur Verarbeitung kommen, die noch keine Worte in der bewussten Sprache gefunden haben; dies beschleunigt den Heilungsvorgang und unterstützt die rehabilitativen Maßnahmen“ (Zäch, G. A./Koch, H. G.: Paraplegie – Ganzheitliche Rehabilitation, Basel, 2006).

Die kreative Auseinandersetzung mit Materialien wie Holz, Ton, Metall, Stein, Glas oder Papier ist für viele von einer Querschnittlähmung frisch Betroffene zudem so neu, dass sie keine Vergleichsmöglichkeiten mit ihrer Situation „vor dem Unfall“ haben. Die Gestaltung führt sie auf neue Wege, die nicht in Konkurrenz zu ihrem alten Leben stehen, sondern eine ganz andere Richtung einschlagen und einen veränderten Blickwinkel zulassen.

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